Aktuelles
Internationaler Kongress der Gesellschaft für Musikforschung 2012
Vom 4.–8. September 2012 findet in Göttingen – im 275. Gründungsjahr der Universität – der Internationale Kongress der Gesellschaft für Musikforschung statt. Die Veranstaltung
steht unter dem Titel:
Musik | Musiken. Strukturen und Prozesse
Weitere Informationen auch unter: http://gfm2012.uni-goettingen.de/
Im Verlauf der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat sich die Verwendung des Plurals »Musiken« eingebürgert, um der Pluralität unterschiedlicher Musikbegriffe Rechnung zu tragen. Die hinter dieser Entwicklung stehende aufgekommene Sensibilität für die Vielfalt von Musizier- und Musikformen spiegelt sich beispielsweise auch in dem zentralen Artikel »Musiké–musica–Musik« in der neuen Ausgabe der Musik in Geschichte und Gegenwart, dem eingangs die defensive Bemerkung vorangestellt wird, dass sich eine Enzyklopädie, die über 40 Stichworte biete, in denen die Begriffe »Musik« oder »musica« enthalten seien, sich einer (verbindlichen) Definition des Phänomens nur enthalten könne. Dem Prioritäts- oder sogar Universalitätsanspruch einzelner Musiken wird mit indirektem
Verweis auf den Relativismus also schließlich auch eine terminologisch deutliche Absage erteilt.
Wenn ein einheitlicher Musikbegriff aber angesichts der Vielgestaltigkeit der Phänomene nicht (mehr) möglich scheint, ist nach Konstituenten einzelner Phänomene zu fragen. Die Frage danach, was diese Phänomene verbindet und verzahnt, aber eben auch, was sie voneinander abgrenzt, ist wichtiger denn je. Eine Möglichkeit, diese Konstituenten in ihrem Verhältnis zueinander analytisch zu fassen, besteht darin, sich zunächst auf Strukturen und Prozesse zu konzentrieren. Diesem Vorhaben widmen wir uns im Rahmen des Kongresses. Es werden also Kategorien in den Blick genommen, die das Augenmerk richten auf die Erforschung musikalischer Strukturen ebenso wie jener Strukturen, aus denen heraus Musiken entstehen, sowie auf deren Wechselwirkung; auf musikalische Prozesse ebenso wie auf die übergeordneten historischen, kulturellen und sozialen Prozesse, in die Musik verwoben ist, und ihr Verhältnis zueinander; und schließlich auf jene Prozesse, in denen sich Strukturen verändern und an die Anforderungen ihrer sich in stetiger Transformation befindlichen Umwelt anpassen.
Beide Teile des Begriffspaars Strukturen | Prozesse sollen im Rahmen der Konferenz in ihren allgemeinsten Bedeutungen als Extrema des Spektrums zwischen statischen Strukturen und dynamischen Prozessen verstanden werden. Hiermit sollen musikalische, institutionelle, kulturelle und kognitive Strukturen sowie die kontinuierlichen Veränderungen gefasst werden, die sowohl das unmittelbare Machen, Wahrnehmen und Reflektieren von Musik als auch die historischen, kulturellen und sozialen Prozesse charakterisieren, in denen diese Entwicklungen stattfinden.
Vor diesem Hintergrund kann »die Musikwissenschaft« als akademische Disziplin nicht ausgeblendet werden, hat sie sich doch als Fach angesichts der Existenz differenzierter Musiken seit geraumer Zeit ihrerseits aufgefächert. Überdies müssen sich ihre Fachgrenzen in Anbetracht der Notwendigkeit transdisziplinärer Zusammenarbeit ständig verschieben. Musikwissenschaftliche Forschung generiert eine diskursive Kategorie, in der Bedeutungen durch diverse Strukturen und Prozesse zugewiesen werden. Besonders willkommen sind deswegen Reflexionen über die Dynamiken unseres Fachs, gegenwärtige Entwicklungen und musikwissenschaftliche Zukunftsentwürfe sowie fachentwicklungsbezogene Desiderate.
Für die Tagung werden hier WissenschaftlerInnen eingeladen, sich mit eigenen Beiträgen in Freien Symposien, round tables, Postersessions sowie mit Freien Referaten an dieser Diskussion zu beteiligen.
Weitere Informationen auch unter: http://gfm2012.uni-goettingen.de/
Im Verlauf der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat sich die Verwendung des Plurals »Musiken« eingebürgert, um der Pluralität unterschiedlicher Musikbegriffe Rechnung zu tragen. Die hinter dieser Entwicklung stehende aufgekommene Sensibilität für die Vielfalt von Musizier- und Musikformen spiegelt sich beispielsweise auch in dem zentralen Artikel »Musiké–musica–Musik« in der neuen Ausgabe der Musik in Geschichte und Gegenwart, dem eingangs die defensive Bemerkung vorangestellt wird, dass sich eine Enzyklopädie, die über 40 Stichworte biete, in denen die Begriffe »Musik« oder »musica« enthalten seien, sich einer (verbindlichen) Definition des Phänomens nur enthalten könne. Dem Prioritäts- oder sogar Universalitätsanspruch einzelner Musiken wird mit indirektem
Verweis auf den Relativismus also schließlich auch eine terminologisch deutliche Absage erteilt.
Wenn ein einheitlicher Musikbegriff aber angesichts der Vielgestaltigkeit der Phänomene nicht (mehr) möglich scheint, ist nach Konstituenten einzelner Phänomene zu fragen. Die Frage danach, was diese Phänomene verbindet und verzahnt, aber eben auch, was sie voneinander abgrenzt, ist wichtiger denn je. Eine Möglichkeit, diese Konstituenten in ihrem Verhältnis zueinander analytisch zu fassen, besteht darin, sich zunächst auf Strukturen und Prozesse zu konzentrieren. Diesem Vorhaben widmen wir uns im Rahmen des Kongresses. Es werden also Kategorien in den Blick genommen, die das Augenmerk richten auf die Erforschung musikalischer Strukturen ebenso wie jener Strukturen, aus denen heraus Musiken entstehen, sowie auf deren Wechselwirkung; auf musikalische Prozesse ebenso wie auf die übergeordneten historischen, kulturellen und sozialen Prozesse, in die Musik verwoben ist, und ihr Verhältnis zueinander; und schließlich auf jene Prozesse, in denen sich Strukturen verändern und an die Anforderungen ihrer sich in stetiger Transformation befindlichen Umwelt anpassen.
Beide Teile des Begriffspaars Strukturen | Prozesse sollen im Rahmen der Konferenz in ihren allgemeinsten Bedeutungen als Extrema des Spektrums zwischen statischen Strukturen und dynamischen Prozessen verstanden werden. Hiermit sollen musikalische, institutionelle, kulturelle und kognitive Strukturen sowie die kontinuierlichen Veränderungen gefasst werden, die sowohl das unmittelbare Machen, Wahrnehmen und Reflektieren von Musik als auch die historischen, kulturellen und sozialen Prozesse charakterisieren, in denen diese Entwicklungen stattfinden.
Vor diesem Hintergrund kann »die Musikwissenschaft« als akademische Disziplin nicht ausgeblendet werden, hat sie sich doch als Fach angesichts der Existenz differenzierter Musiken seit geraumer Zeit ihrerseits aufgefächert. Überdies müssen sich ihre Fachgrenzen in Anbetracht der Notwendigkeit transdisziplinärer Zusammenarbeit ständig verschieben. Musikwissenschaftliche Forschung generiert eine diskursive Kategorie, in der Bedeutungen durch diverse Strukturen und Prozesse zugewiesen werden. Besonders willkommen sind deswegen Reflexionen über die Dynamiken unseres Fachs, gegenwärtige Entwicklungen und musikwissenschaftliche Zukunftsentwürfe sowie fachentwicklungsbezogene Desiderate.
Für die Tagung werden hier WissenschaftlerInnen eingeladen, sich mit eigenen Beiträgen in Freien Symposien, round tables, Postersessions sowie mit Freien Referaten an dieser Diskussion zu beteiligen.
Freie Symposien können halbtägig (drei Stunden = zwei Sitzungen zu je 90 Minuten) oder ganztägig (sechs Stunden = vier Sitzungen zu je 90 Minuten) stattfinden. Bewerbungen sollen Thema, Fragestellung und Arbeitsformen (z.B. Referate, Podiumsdiskussionen) mit einem Abstract von etwa 500 Worten Umfang darstellen. Beizufügen ist eine Liste der beteiligten WissenschaftlerInnen nebst Kontaktdaten (eine verantwortliche Kontaktperson ist zu benennen), den Arbeitsthemen sowie einem Abstract zu jedem Thema im Umfang von etwa 250 Worten.
Round tables umfassen eine Sitzung von 90 Minuten Dauer und verstehen sich eher als Diskussions- denn als Vortragsforum. Bewerbungen sollen das Thema mit einem Abstract von etwa 500 Worten Umfang darstellen. Beizufügen ist eine Liste der beteiligten WissenschaftlerInnen nebst Kontaktdaten (eine verantwortliche Kontaktperson ist zu benennen).
Postersessions dienen der Vorstellung und Diskussion von Forschungsprojekten aus allen Bereichen der Musikwissenschaft. Sie können entweder eine oder zwei Sitzungen von je 90 Minuten Dauer umfassen. Bewerbungen sollen das Thema mit einem Abstract von etwa 500 Worten Umfang darstellen. Beizufügen ist eine Liste der beteiligten WissenschaftlerInnen nebst Kontaktdaten (eine verantwortliche Kontaktperson ist zu benennen).
Freie Referate sollen einen Eindruck von der Vielfalt aktueller musikwissenschaftlicher Forschung vermitteln. Sie sind nicht an das Rahmenthema des Kongresses gebunden und können neben Vorträgen von 20 Minuten Dauer mit 10 Minuten für Diskussion auch
Lecture recitals von 30 Minuten Dauer umfassen. Außerdem ist Raum für die Präsentation individueller
Poster in einer unabhängigen Postersession gegeben.
Round tables umfassen eine Sitzung von 90 Minuten Dauer und verstehen sich eher als Diskussions- denn als Vortragsforum. Bewerbungen sollen das Thema mit einem Abstract von etwa 500 Worten Umfang darstellen. Beizufügen ist eine Liste der beteiligten WissenschaftlerInnen nebst Kontaktdaten (eine verantwortliche Kontaktperson ist zu benennen).
Postersessions dienen der Vorstellung und Diskussion von Forschungsprojekten aus allen Bereichen der Musikwissenschaft. Sie können entweder eine oder zwei Sitzungen von je 90 Minuten Dauer umfassen. Bewerbungen sollen das Thema mit einem Abstract von etwa 500 Worten Umfang darstellen. Beizufügen ist eine Liste der beteiligten WissenschaftlerInnen nebst Kontaktdaten (eine verantwortliche Kontaktperson ist zu benennen).
Freie Referate sollen einen Eindruck von der Vielfalt aktueller musikwissenschaftlicher Forschung vermitteln. Sie sind nicht an das Rahmenthema des Kongresses gebunden und können neben Vorträgen von 20 Minuten Dauer mit 10 Minuten für Diskussion auch
Lecture recitals von 30 Minuten Dauer umfassen. Außerdem ist Raum für die Präsentation individueller
Poster in einer unabhängigen Postersession gegeben.
Bewerbungen sollen Thema und Fragestellung mit einem Abstract von etwa 250 Worten Umfang darstellen und die Kontaktdaten der Bewerberin bzw. des Bewerbers enthalten. Das Abstract soll die Arbeitsform (Referat, Lecture Recital, Posterpräsentation) klar benennen. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Freie Symposien, round tables, Postersessions und Freie Referate keine finanzielle Unterstützung durch die Kongressveranstalter erhalten können.
Bewerbungsfrist
Freie Symposia, round tables und Postersessions: 31.06.2011; Freie Referate: 31.12.2011.
Die Benachrichtigung über die berücksichtigten Bewerbungen für die Symposia erfolgt bis 15.11.2011, die über die berücksichtigten Bewerbungen für die freien Referate bis 31.03.2011.
Kongresssprachen
Deutsch und Englisch
Bewerbung per e-mail (bitte nur pdf-Dateien, deren Dateinamen den Nachnamen des Bewerbers sowie die Arbeitsform enthalten) an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder per Post an das Musikwissenschaftliche Seminar, Programmkomitee GfM 2012, Universität Göttingen, Kurze Geismarstraße 1, D-37073 Göttingen. Internet: gfm2012.uni-goettingen.de
Im Namen des Programmkomitees
Prof. Dr. Morag Josephine Grant Prof. Dr. Andreas Waczkat
Freie Symposia, round tables und Postersessions: 31.06.2011; Freie Referate: 31.12.2011.
Die Benachrichtigung über die berücksichtigten Bewerbungen für die Symposia erfolgt bis 15.11.2011, die über die berücksichtigten Bewerbungen für die freien Referate bis 31.03.2011.
Kongresssprachen
Deutsch und Englisch
Bewerbung per e-mail (bitte nur pdf-Dateien, deren Dateinamen den Nachnamen des Bewerbers sowie die Arbeitsform enthalten) an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder per Post an das Musikwissenschaftliche Seminar, Programmkomitee GfM 2012, Universität Göttingen, Kurze Geismarstraße 1, D-37073 Göttingen. Internet: gfm2012.uni-goettingen.de
Im Namen des Programmkomitees
Prof. Dr. Morag Josephine Grant Prof. Dr. Andreas Waczkat