| Oktober 2011 | | Drucken | |
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Thanatos als Muse? Schubert und Konzepte des Spätstiles Internationale Konferenz, 21.-23. Oktober 2011, National University of Ireland Maynooth Call for Papers Die Ausschreibungen in deutscher und englischer Sprache können auch als PDF-Datei heruntergeladen werden unter: http://music.nuim.ie/sites/music.nuim.ie/files/documents/events/SchubertConf/SchubertConferenceEnglish.pdf http://music.nuim.ie/sites/music.nuim.ie/files/documents/events/SchubertConf/SchubertConferenceDeutsch.pdf Programmredner:
Professor Susan Youens ( J.W. Van Gorkom Professor of Music, University of Notre Dame ) Professor Robert Hatten (Jacobs School of Music, Indiana University) Als Gast: Graham Johnson (Senior Professor of Accompaniment Guildhall School of Music and Drama, FGS, FRAM, OBE) Trotz der Vielfalt der Bücher, die über Schubert geschrieben worden sind, trotz unserer Vertrautheit mit seiner musikalischen Stimme, stellt Schuberts künstlerische Laufbahn ein großes Paradoxon dar. Einige Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen betrachteten Schubert fast nur noch als denjenigen, der die besten Lieder in der Kunstmusik geschrieben hatte. Aber selbst das ist ihm zum Vorwurf gemacht worden: nämlich als Komponist versucht zu haben, eine Konvergenz zwischen liedartiger Melodie und klassicher Form zu schaffen, wurde als struktureller Mangel bemäkelt, während die Rezeption seiner späten Instrumentalwerke durch Kritik an ihrem episodischen Charakter geschmälert wurde.
Seit Maynard Solomons grundlegendem Aufsatz ‘Franz Schubert and the Peacocks of Benvenuto Cellini’ (1989) verlagerten sich biographische Identitätskonstruktionen Schuberts von dem sentimentalen Bild eines sorglosen Mannes zu Themen wie Sexualität, Hedonismus, Depression und Tod. Weil solche Reaktionen so extrem und durch historische Beweise widerlegt sind, möchten wir inzwischen solche Bilder vielleicht als zum Reich des Mythos zugehörig ansehen. Wie alle Mythen sagen sie uns aber etwas Bedeutendes und Beständiges über unser Menschsein aus. Obwohl sie Franz Schubert nicht völlig beschreiben, stellen sie Aspekte der psychologischen Realitäten dar, in denen Schubert gelebt hat. Solche Widersprüche charakterisieren Schuberts Musik, besonders die seiner letzten Lebensjahre. Nach 1822 –, dem Jahr, in welchem Schubert wegen Syphillis zum ersten Mal ins Krankenhaus musste –, ist die in Schuberts Briefen geoffenbarte Persönlichkeit ein Spiegelbild des Erzählers in Prousts A la recherche du temps perdu (1922). Er sieht die Möglichkeit, die Vergangenheit einzuholen und ist davon gequält, dass ihm dazu so wenig Jahre oder nur noch Monate übrig bleiben. Trotz dieser persönlichen Tragödie gibt es in Schuberts späten Werken eine wunderbare schöpferische Stetigkeit. Diese Verkörperung der spielerischen wie auch der tragischen Lebensaspekte ist das, was uns zu dieser Musik immer wieder zurückkehren lässt und uns ermutigt zu versuchen, die Musik weiter aufzuschlüsseln. Es ist dieser am Kern der Spätwerke Schuberts liegende Widerspruch, der zu einem lebenslangen Studium einlädt. Laut R.S. Thomas ist Schubert ‘ein Visionär nur/ in seiner Erkenntnis eines Horizonts/ jenseits des Horizonts’. Es ist einer der unglücklichen Zufälle der Musikgeschichte, dass Schuberts Reise in Richtung auf diesen Horizont ihren Anfang nahm, und dass er dabei als ein weitere Magier wie die drei Heiligen Könige zu Ende kommen würde. Lange Jahre hindurch versuchten Wissenschaftler Schuberts letzte Jahre als eine Bestätigung von Beethovens Bemühungen zu sehen. Das Diktum von der Sorge des epigonalen Einflusses existierte lange bevor Harold Bloom diesen Gedanken unsterblich machte: ‘Du wirst denjenigen nie übertreffen in dessen Fußstapfen du trittst’. Obgleich diese Konferenz versuchen wird, den eigenständigen Schubert für sich zu untersuchen und nicht als einen Komponisten, der dem grossen Beethoven nachhinkt, erkennt sie eine Chronologie an, die weitere Fragen zu Stil- und Rezeptionsgeschichte sowie zugleich Musiktheorie aufwirft.
Diese Konferenz sucht frische Perspektiven dieser Themen, insbesondere laden wir zu Beiträgen über folgendes ein:
Weiterhin Perspektiven auch zum folgenden Repertoire:
Die Vorträge sollten 20 Minuten dauern. (Die sich anschließende Diskussionszeit ist auf 10-Minuten begrenzt.) Vorschläge für individuelle Vorträge sollten nur bis zu 300 Wörter enthalten. Abstracts für Vorlesungen/ Podiumsdiskussionen/Roundtablediskussionen sollten nicht mehr als 800 Wörter umfassen. Deuten Sie bitte an, die Nummer und den Titel für jeden individuellen Vortrag mit seinem Abstract. Fügen Sie bitte auch einen kurzen Lebenslauf von maximal 150 Wörtern bei. Die offiziellen Sprachen der Konferenz sind Englisch und Deutsch. Abstracts sollten an eine der folgenden Kontaktpersonen nicht später als Montag, dem 31. Januar 2011 geschickt werden:
Dr Lorraine Byrne Bodley Department of Music National University of Ireland Maynooth Co. Kildare Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. Prof. Julian Horton School of Music University College Dublin Belfield Dublin 4 Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. Vorschläge werden Ende Februar 2011 ausgewählt; das komplette Programm wird Mitte März 2011 bekannt gegeben. Die Konferenzveranstalter planen einen begutachteten Band von ausgewählten Beiträgen zu veröffentlichen.
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| Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 07. Juli 2010 um 09:28 Uhr |