Music, Gender, Climate, and the Natural World: Apporaches Across Disciplines

Die gegenwärtige Debatte um den Klimawandel rückt Fragen der Vulnerabilität sowie Prozesse von Destruktion, Resilienz und Regeneration von Natur und Mensch in den Mittelpunkt. Es entwickelte sich eine grundlegende Infragestellung des Verhältnisses von Mensch und Natur und der Bedarf einer Neupositionierung und Dezentrierung des Menschen. Wie tragen Musik, Kunst und künstlerische Prozesse zu einer veränderten Mensch-Natur-Beziehung bei und wie verändert eine solche Neupositionierung des Menschen unser Verständnis von Musik und Kunst sowie das Verhältnis von Kunst und Natur?

Diese Fragen eines neuen Verhältnisses zwischen Mensch, Musik, Klang und Natur werden in den letzten Jahren regelmäßig in der kulturwissenschaftlich ausgerichteten Musikwissenschaft und den „Ecomusicologies“ diskutiert. Als Grundlage dient das Verständnis von Ecomusicology als „the study of music, culture, and nature in all the complexities of those terms. Ecomusicology considers musical and sonic issues, both textual and performative, related to ecology and the natural environment” (Aaron S. Allen, 2014). Eine Erweiterung dieser Perspektive ergibt sich durch den Einbezug von Aspekten der intersektionalen Geschlechterforschung und Argumenten aus dem Bereich von „Ecofeminism“, als „position that there are important connections between how one treats women, people of color, and the underclass on the one hand and how one treats the nonhuman natural environment on the other” (Karen J. Warren, 2000).

Welche Querverbindungen ergeben sich daraus für Musik, ästhetische Reflexion und künstlerische Praxis? Welchen spezifischen Beitrag können Gender Studies und feministische Perspektiven zum Verständnis dieser Zusammenhänge leisten? Wie verändert die Debatte um den Klimawandel unsere Vorstellungen von Klanglichkeit der Natur? Eine Zusammenführung von unterschiedlichen Theorien und Handlungsfeldern zu diesem Themenbereich ist das Ziel der geplanten Tagung.

Wir laden dazu ein, Themen und Fragen wie etwa folgende aufzugreifen und bei der Konferenz zur Diskussion zu stellen:

Welche Verbindungen bestehen zwischen Gender, Musik, Klang und Natur? Welche neuen Gesichtspunkte ergeben sich aus der gegenwärtigen Debatte und der Neupositionierung des Menschen im Verhältnis zur Natur für die Betrachtung historischer Naturkonzepte in Musik und Kunst zwischen Sehnsuchtsraum, Lebensraum und Bedrohungsort? Welche Rolle spielen dabei geschlechterspezifische Perspektiven und kulturelle Zuschreibungen?

Welche Verbindungen bestehen zwischen musikbezogenen Räumen oder Environments sowie Raumkompositionen, Klangkunst und Gender? Welche neuen musikalischen, kompositorischen und klanglichen Mittel, Techniken und Ausdrucksformen ergeben sich daraus? Welche Rolle spielen dabei unterschiedliche Perspektiven auf Natur, Körperlichkeit und Geschlecht? Wie beeinflusst die Vorstellung einer eigenständigen Handlungsmacht der Natur unser Verständnis künstlerischer Kreativität, Autorschaft und kompositorischer Prozesse?

Die Frage der Neupositionierung und Dezentrierung des Menschen geht mit grundlegenden strukturellen Verschiebungen im ontologischen Denken einher. Wieweit wird das musikalische Denken von solchen Debatten beeinflusst und welche neuen ästhetischen, kompositorischen und performativen Möglichkeiten und Herausforderungen eröffnen sich dadurch?

Welche Beziehungen bestehen zwischen Posthuman Feminism, Ecofeminism und Ecomusicology? Inwiefern werden in der musikwissenschaftlichen Frauen- und Genderforschung Aspekte der Ecomusicologie aufgegriffen?

Vorschläge für Beiträge mit Vortragstitel, Abstract (max. 300 Worte) und Kurzbiographie (max. 150 Worte) können gerne bis zum 15. Oktober 2026 an folgende Mail-Adresse gesandt werden: christa.bruestle@kug.ac.at

Die Auswahl der Beiträge erfolgt Ende November 2026. Tagungssprachen sind Deutsch und Englisch. Für den Vortrag (inkl. Hörbeispielen) sind max. 25 Min. Präsentationszeit und zehn Minuten für Fragen vorgesehen. Eine Publikation der Beiträge ist geplant.

Tagungsteam:

PD Dr.in Christa Brüstle

Dr. Gregor Kokorz

Assoc. Prof.  Jennifer Ronyak, PhD

Universität für Musik und darstellende Kunst Graz

Institut 14 Musikästhetik

Leonhardstr. 15

A-8010 Graz

Zentrum für Genderforschung und Diversität

Maiffredygasse 12b

A-8010 Graz

Call for Papers

Typ: Veranstaltung

Music, Gender, Climate, and the Natural World: Apporaches Across Disciplines

Veranstalter*innen:
Institut für Musikästhetik und Zentrum für Genderforschung und Diversität

Deadline:
15.10.2026

Universität für Musik und darstellende Kunst Graz

20.05.2027

bis 22.05.2027