Schloss und Park Altenstein bei Bad Liebenstein im Thüringer Wald gehört als ehemalige Sommerresidenz der Herzöge von Sachsen-Meiningen zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern Thüringens und gilt mit seinem 160 Hektar großen Landschaftspark als größte Parkanlage des Freistaats. Seine Anfänge gehen indes bis in das Frühmittelalter zurück. Historisch bedeutend ist zudem der Umstand, dass mit den Hunden von Wenkheim ein Teil der (Schein-)Entführer Martin Luthers hier einst residierten. Darüber hinaus sind politische und kulturelle Verhandlungen und Entscheidungen hier getroffen worden, die weitreichende Folgen besaßen, wie etwa die letzte ernestinische Gebietsreform im Jahr 1826 oder die Planungen für die europäischen Gastspielreisen der Meininger Hofkapelle in den 1870er und 1880er Jahren.
Erstmals soll im Rahmen einer wissenschaftlichen Tagung und anlässlich des 200. Geburtstages von Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen (1826-1914) die Kultur- und Sozialgeschichte von Schloss und Park Altenstein in den Fokus genommen und diskutiert werden, nicht allein im Kontext höfischer Residenz- und Sommerresidenzkultur. Auch die Vorgeschichte der heutigen Schloss- und Parkanlage als mittelalterliche Burganlagen sollen eine Rolle spielen.
Diskutiert werden soll zudem die Entwicklung als herzoglich-meiningische Sommerresidenz von Georg I. bis Bernhard III., die Aufenthalte der mit dem Herzoghaus hier korrespondierenden Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Wirtschaft sowie die Bedeutung, die für das Verständnis von Schloss und Park Altenstein hieraus, aber auch aus der Nähe zu den Sommerresidenzen Wilhelmsthal (Sachsen-Weimar-Eisenach) und Reinhardbrunn (Sachsen-Coburg und Gotha) erwächst. Nicht zuletzt soll ein kritischer Blick auf den verheerenden Schlossbrand von 1982 mit dem daraus resultierenden Verlust wertvoller Kunstgegenstände gelegt werden.
Willkommen sind Vorträge von max. 20 min Länge, die sich einem oder mehreren der folgenden Themenblöcke zuordnen lassen:
- Burg Altenstein und Burg Neuenstein – die mittelalterliche Anlage von Altenstein
- Zwischen Mittelalter und Georg I. – die Entwicklung Altensteins von Martin Luther bis Anton Ulrich von Sachsen-Meiningen
- Altenstein als Sommerresidenz der Meininger Herzöge – Aufbau, Verwaltung, Personalstrukturen
- die Entwicklung von Schloss und Landschaftspark: Architektur, Umbau, Erweiterung, Ausstattung, Verluste
- Altenstein als kultureller Ort – kulturelle Darbietungen, Orte der Kultur, Persönlichkeiten
- Altenstein als Ort politischer Entscheidungen
- die ernestinischen Sommerresidenzen Altenstein, Wilhelmsthal und Reinhardsbrunn im trilateralen Kontext
- Georg II. von Sachsen-Meiningen und seine Residenzen Villa Feodora, Villa Georg und Schloss Altenstein in Bad Liebenstein, das Jagdhaus Kissel sowie die Veste Heldburg – Bezüge und Querverbindungen
Erbeten werden Abstracts von ca. 250 Wörtern sowie eine Kurzbiografie bis zum 30.09.2025 an folgende E-Mail-Adresse: ch.storch@bad-liebenstein-gmbh.de
Eine Übernahme der Reisekosten durch die Veranstalter wird angestrebt. Eine Veröffentlichung der Konferenzbeiträge ist geplant. Die Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch.
Veranstalter:
Förderverein Altenstein e. V., Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Bad Liebenstein GmbH
Kooperationspartner:
Historische Kommission für Thüringen e. V.
Förderverein Altenstein e. V.
Dr. Christian Storch (Vorsitzender)
Altenstein 4
36448 Bad Liebenstein
E-Mail: info@foerderverein-altenstein.de
