Schostakowitsch im geteilten Deutschland

CALL FOR PAPERS / Deutsche Schostakowitsch Gesellschaft e.V.

Musikwissenschaftliches Symposium:
„Schostakowitsch im geteilten Deutschland“

22.-24. Juni 2027, Dresden

 

Vom 22. bis 24. Juni 2027 wird die Deutsche Schostakowitsch Gesellschaft in Verbindung mit der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ in Dresden ein musikwissenschaftliches Symposium zum Thema „Schostakowitsch im geteilten Deutschland“ veranstalten. Das Symposium steht in zeitlichem und räumlichem Zusammenhang mit dem Festival der „Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch“, das am 23. Juni 2027 in Dresden eröffnet und vom 24. bis 27. Juni in Gohrisch (Sachsen) stattfinden wird. Zum Symposium ergeht hiermit ein Call for Papers mit der Einladung an interessierte Musikwissenschaftler*innen, sich für einen Vortrag im Rahmen des im Folgenden skizzierten Themenfeldes zu bewerben.

Ziel des Symposiums ist es, neue Forschungen zu den deutsch-deutschen Diskursen um die Musik Schostakowitschs zwischen 1945 und 1990 anzuregen. Bei kaum einem anderen Komponisten der akademischen (sog. „ernsten“) Musikkultur reflektieren die Auseinandersetzungen um sein Werk und dessen Interpretation so intensiv den musikkulturellen Wettbewerb der beiden deutschen Staaten im Kalten Krieg. Eine differenzierte Auseinandersetzung mit diesem Thema ist folglich nicht nur ein Gewinn für die musikhistorische Rezeptionsforschung zu Schostakowitsch, sondern scheint in besonderem Maße dazu geeignet, den Einfluss des Kalten Krieges auf die deutsch-deutschen Musikdiskurse an einem gemeinsamen Beispiel plastisch hervortreten zu lassen.

Bisherige Arbeiten zum Thema übersteigen kaum den Rahmen eines Aufsatzes; neben zusammenfassenden Texten zur deutschsprachigen Rezeption – ohne Fokus auf den Kalten Krieg (Streller 1986, Pol’djaeva 1997, Levi 2006) – finden sich speziellere Studien zu den Schostakowitsch-Bildern der DDR-Musikwissenschaft (Gojowy 1998), der westdeutschen Avantgarde (Poldjajewa 1998, Gervink 2019) und der Deutschen Schostakowitsch-Gesellschaft (Poldjaeva 1999). Dass darüber hinaus noch zahlreiche andere Themen der Untersuchung wert scheinen, liegt auf der Hand.

Die Organisator*innen des Symposiums bitten daher um Vorschläge für Vorträge/Präsentationen von 25 Minuten Dauer, die sich dem Oberthema und insbesondere seinen folgenden Aspekten zuordnen lassen:

  • Biographische Verflechtungen (Reisen; Kontakte und Zusammenarbeit Schostakowitschs mit Akteur*innen in DDR und BRD)
  • Schostakowitsch-Rezeption in Werken von Komponist*innen aus BRD und DDR
  • Markante Ereignisse und Stationen der Rezeptionsgeschichte
  • Künstlerische Interpretation (einzelne Werke, Werkgruppen; einzelne Musiker*innen/Ensembles, Aufführungen und Aufnahmen)
  • Publizistische Interpretation (Schostakowitsch in Musikkritik, Musikwissenschaft und anderen Diskursen)
  • „Dissidentische Lesarten“ vor und nach Volkow: die Memoiren als Gamechanger?
  • usw.

 

Deadline für Vorschläge: 15. Juni 2026

Bewerbungen mit abstract (max. 1 Seite) und Lebenslauf (max. 1 Seite) sind zu richten an:

info@schostakowitsch.de

 

Dortmund – Dresden – Hannover – Heidelberg, im April 2026

Dorothea Redepenning, Alexander Gurdon und Stefan Weiss
(für das Präsidium der Schostakowitsch-Gesellschaft)

Wolfgang Mende (für die Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ Dresden)

 

Literatur (Auswahl)

Gervink, Manuel: „Stromstarke Quellen“: Wolfgang Rihms Schostakowitsch-Rezeption, in: Schostakowitsch und die beiden Avantgarden des 20. Jahrhunderts, hg. von der Deutschen Schostakowitsch Gesellschaft. Hofheim 2019, 221–229.

Gojowy, Detlef: Das Schostakowitsch-Bild im wissenschaftlichen Schrifttum der DDR, in: Schostakowitsch in Deutschland, hg. von Hilmar Schmalenberg. Berlin 1998, 45–60.

Levi, Erik: A political football: Shostakovich reception in Germany, in: The Cambridge Companion to Shostakovich, hg. von Pauline Fairclough und David Fanning. Cambridge 2008, 287–297.

Pol’djaeva, Elena: O recepcii Šostakoviča v Germanii [Von der Schostakowitsch-Rezeption in Deutschland], in: Muzykal’naja akademija (1997), Heft 4, 162–164.

Poldjajewa, Jelena: Zur historischen Kategorisierung und ästhetischen Bewertung des Schaffens von Dmitri Schostakowitsch aus dem Blickwinkel der Avantgarde der 50-er Jahre, in: Schostakowitsch in Deutschland, hg. von Hilmar Schmalenberg. Berlin 1998, 23–43.

Poldjaeva, Jelena: Die Entwicklung der Schostakowitsch-Symposium-Reihe, in: Musikgeschichte in Mittel- und Osteuropa, Band 4 (1999), 211–216.

Streller, Friedbert: Die Wirkung der Musik Dmitri Schostakowitschs im Deutschland der zwanziger bis fünfziger Jahre, in: Bericht über das Internationale Dmitri-Schostakowitsch-Symposion Köln 1985, hg. von Klaus Wolfgang Niemöller und Vsevolod Zaderackij. Regensburg 1986, 516–527.

Call for Papers

Typ: Veranstaltung

Schostakowitsch im geteilten Deutschland

Veranstalter*innen:
Deutsche Schostakowitsch Gesellschaft / Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ Dresden

Deadline:
15.06.2026

Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ Dresden

22.06.2027

bis 24.06.2027