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Kommission für Auslandsstudien | Foto: Sabine Meine

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Jan Vermeer, Die Musikstunde | Royal Collection (London)

D-Mbs Mus.ms. C, fo. 2v und 3r | http://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb00015144-2

Studienkurs am Händel-Haus „Händels Opern der zweiten Royal Academy of Music“

Halle, 21.-23.09.2016

Von Friederike Janott, Berlin, Christopher Lukman, Tübingen und Nastasia S. Tietze, Weimar – 04.11.2016 | Lotario, Partenope oder Sosarme – Georg Friedrich Händels Opern der sogenannten „Second Academy“ (1729 bis 1734) gehören zu den weniger bekannten Werken des Komponisten. Gerade dies war für die Nachwuchs-WissenschaftlerInnen des diesjährigen Studienkurses der Stiftung Händel-Haus, der vom 21. bis 23. September 2016 in Halle stattfand, ein Reiz, sich in intensiven Workshops und anregenden Vorträgen mit „Händels Opern der zweiten Royal Academy of Music“ – so der Titel des Kurses – auseinanderzusetzen.

Eröffnet wurde der Studienkurs im Renaissance-Raum, dem Arbeitsraum der nachfolgenden Tage, mit einer Begrüßung und Vorstellungsrunde seitens der Gastgeber: Clemens Birnbaum, Direktor der Stiftung Händel-Haus und Intendant der Händel-Festspiele, Prof. Dr. Wolfgang Hirschmann, Lehrstuhlinhaber für Historische Musikwissenschaft an der Martin-Luther-Universität Halle sowie Dr. Konstanze Musketa, Leiterin der Abteilung Bibliothek, Archiv und Forschung der Stiftung Händel-Haus und Betreuerin des Studienkurses. Mit einem Vortrag zur Geschichte der Händel-Ausgaben und des langjährigen Großprojektes des Forschungsinstituts, der Hallischen Händel-Ausgabe (HHA), führte Dr. Annette Landgraf (Halle) in das Thema Händel-Edition ein. Einige Exemplare von frühen Drucken, über Bände aus Friedrich Chrysanders Gesamtausgabe bis zu den ersten Ausgaben der HHA, illustrierten ihre Ausführungen zur Editionsgeschichte. Darüber hinaus erläuterte sie die Entwicklung der Richtlinien der HHA, die zum Ziel haben, die Fassung der Uraufführung wiederzugeben und zugleich alle weiteren Fassungen für Aufführungen verfügbar zu machen. Bevor Dr. David Vickers (Manchester) am Nachmittag in einem mehrteiligen Editionsseminar an das Thema ,Editionspraxis‘ anknüpfte, führte Dr. Konstanze Musketa durch die Abteilungen des Händel-Hauses. Stefan Ehricht, Mitarbeiter im Restaurierungsatelier, erläuterte unter anderem aktuelle Forschungsprojekte wie die Erprobung einer neuen Reinigungstechnologie für museale Kulturgüter, die gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut Stuttgart durchgeführt wird.

Nach den einleitenden Vorträgen ging es mit Dr. David Vickers im intensiven Workshop am Nachmittag an die Herausforderungen einer Opern-Edition. Am Beispiel der von ihm zu edierenden Oper Partenope führte er zunächst in die Umstände und Bedingungen ihrer Entstehung während der zweiten Spielzeit der „Second Academy“ ein. Die Entstehungsbedingungen im Kopf, zeigte er anhand von Faksimile-Material der autographen Partitur, der Direktionspartitur und der Cembalo-Stimme grundsätzliche Unterschiede der drei Fassungen (1730a, 1730b und 1737). Vickers wies schon hier auf einige Probleme hin, die für eine Edition zu diskutieren seien. Gerade diese boten aber zugleich die Möglichkeit, Händels Kompositionsprozess näher zu verstehen. Abgerundet wurde der erste Tag durch einen öffentlichen Vortrag von Dr. Steffen Voss (München), bei dem er insbesondere die Wiederaufnahmen und Pasticci Händels während der zweiten Royal Academy of Music in den Blick nahm.

Der zweite Tag des Studienkurses begann mit dem Referenten des Vorabends, Dr. Steffen Voss. Unter dem Titel “Händels Opern der zweiten Royal Academy” gewährte er den Studierenden Einblicke in die Recherchearbeit und den Umgang mit Quellenmaterial unbekannter Herkunft. In zwei darauffolgenden Sitzungen wurde das bereits am Vortag begonnene Editionsseminar bei Dr. David Vickers fortgeführt. Vertiefend wurden die Studierenden nun auch mit praktischen Übungen aus dem Editionsalltag betraut und gefordert. Am Nachmittag trafen die Teilnehmer Dr. Ulrich Etscheit vom Bärenreiter-Verlag (Kassel), der ausführlich über die Arbeit und seine Aufgaben am Verlagshaus sprach. Mit einer Führung durch die Ausstellungsräume des Händel-Hauses, die Karl Altenburg – Mitarbeiter des Hauses – mit einer Vielzahl von zusätzlichen Informationen und interessanten Anekdoten anreicherte, wurde der Tag beschlossen.

Der dritte und letzte Tag in Halle war noch einmal mit einem vielseitigen Programm gespickt. Begonnen wurde der Tag mit einer Führung durch die Instrumentenausstellung des Händel-Hauses von der Kustodin Christiane Barth, das neben einer Sammlung historischer Instrumente auch Anschauungsobjekte zu akustischen Grundlagen bietet. Thematisch daran angeschlossen war das Seminar zur Aufführungspraxis, in dem Bernhard Forck (Berlin) die unterschiedlichen Freiräume der Interpretation von Händels Musik an Beispielen veranschaulichte. Nach der Mittagspause führte Dr. Konstanze Musketa durch das Wilhelm-Friedemann-Bach-Haus, in dem die Ausstellung ‘Musikstadt Halle’ Informationen und Hörbeispiele zu den einflussreichen hallischen Komponisten Samuel Scheidt, Georg Friedrich Händel, Wilhelm Friedemann Bach, Johann Friedrich Reichardt, Carl Loewe und Robert Franz präsentiert. Obwohl mit einer gemeinsamen Auswertungsrunde der Kurs planmäßig beendet werden sollte, nahm sich Clemens Birnbaum auf Anfrage im Anschluss Zeit, um offen und ausführlich über seine Arbeit als Intendant der Händel-Festspiele und Direktor der Stiftung Händel-Haus zu sprechen und die Fragen der Studierenden zu beantworten.

Abschließend lässt sich sagen, dass der Studienkurs in Halle für die Studierenden in vielerlei Hinsicht bereichernd war. Zahlreiche Experten und führende Persönlichkeiten aus den Bereichen Forschung, Aufführungspraxis, Museumsleitung, Verlagsarbeit und dem Kulturbetrieb zeigten das umfassende Spektrum der Auseinandersetzung mit Händel und Händels Werk auf. Die gelungene, abwechslungsreiche Gestaltung des Kurses durch Museumsbesuche, Vorträge und Workshops ermöglichte es, sowohl die Kompetenzen als auch Kenntnisse zu erweitern. Insbesondere die offenen Gesprächsrunden erlaubten den Teilnehmern, persönliche Fragen etwa zu beruflichen Perspektiven zu stellen. Der Stiftung Händel Haus ist für die interessante Zeit, die reibungslose Organisation und die Gastfreundschaft zu danken.