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Kommission für Auslandsstudien |
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Fachgruppe Systematische Musikwissenschaft |
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Kommission für Auslandsstudien | Foto: Sabine Meine

Fachgruppe Deutsch-Ibero-Amerikanische Musikbeziehungen

Fachgruppe Systematische Musikwissenschaft | Foto: Kröninger, ERC-Projekt SloMo, UHH

Fachgruppe Freie Forschungsinstitute

Fachgruppe Musikwissenschaft im interdisziplinären Kontext | Philips Pavillon von Le Corbusier

Fachgruppe Nachwuchsperspektiven | Grafik: Sonja Kieser

Fachgruppe Digitale Musikwissenschaft | Foto: Andreas Münzmay

Fachgruppe Instrumentenkunde

Fachgruppe Musikethnologie und vergleichende Musikwissenschaft | Links: Karnatische Musik mit Lalitha und Nandini Muthuswamy Mitte oben: Das Tonbandgerät "Nagra IV-S" – ein Klang-Aufnahmegerät, das oft während Feldforschungen eingesetzt wurde Mitte unten: Klangdokumente im Archiv Rechts: Die Musikstudentin Chiu Ju Liao beim Stimmen einer Yueqin

Jan Vermeer, Die Musikstunde | Royal Collection (London)

D-Mbs Mus.ms. C, fo. 2v und 3r | http://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb00015144-2

„Rollen und Funktionen von Musik in der digitalen Ära“

09.-12.06.2022, Koblenz

Deadline: 15.05.2021

Tagung des Instituts für Musikwissenschaft und Musikpädagogik der Universität Koblenz-Landau in Verbindung mit dem Institut für Musikwissenschaft der Universität Leipzig, der Fachgruppe Soziologie und Sozialgeschichte der Musik in der GfM und dem DFG-Projekt „Darstellung und Rezeption klassischer Musiker*innen bei YouTube“
Termin: 09.-12.06.2022, Ort: Campus Koblenz

Digitalisierung verändert unaufhaltsam jeden Bereich unserer Gesellschaft – auch die Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften. In den sich aktuell explosionsartig erweiternden „Digital Humanities“ soll die Disziplin aus den neuen Technologien heraus gedacht werden (Berry/Fagerjord 2017). Demgegenüber erinnern jedoch Vertreter*innen einer „Digital Sociology“ an die Notwendigkeit, (weiterhin) die Menschen und Gesellschaften im Blick zu haben, die sich mit den neuen Technologien entwickeln (Marres 2017, Nassehi 2019). Einezentrale Frage der Tagung wird also sein: Wie verändern sich traditionelle –  beispielsweise ökonomische – Strukturen des Musiklebens, aber auch die Art und Weise, wie Musik gemacht und erlebt wird, durch Digitalisierung?
Auf der praktischen Ebene hat der Musikmarkt in den letzten Jahren im und durch das www neue Mechanismen und Strukturen entwickelt, eine Entwicklung, die sich durch die SARSCoV- 2-Pandemie intensiviert hat. Zu nennen sind bspw. das Streaming von Konzerten, digitale Opernübertragungen und Plattformen wie YouTube, Spotify, aber auch Apps wie TikTok. Gleichzeitig hat sich der ‚Wert’ der Musik durch die neuen Formen der Distribution verändert. Während Einzeluntersuchungen zu diesen Phänomenen existieren, wird Musik im aktuellen Forschungsdiskurs jedoch vielfach auf ihre Akustik reduziert (Harenberg 2012, Volmer/Schröter 2013), oder die Frage nach möglichen Auswirkungen der Digitalisierung wird allein auf die Komposition von Musik gerichtet (Katz 2010, Lehmann 2012).
Die Verknüpfung von Musik, musikalischem Individuum und (digitaler) Technologie (Born 2012, 2013) ist sowohl im Blick auf die Produktion (Musiksoftwareentwicklung), die (digitale) Musikpraxis und auf die Rezeption zu untersuchen. Aus medientheoretischer Sicht ändert die Wahrnehmung das Phänomen selbst, wir hören nicht mehr Musik, sondern „Medienmusik“ (Harenberg 2012, 14). Entsprechend haben sich auch „die Rahmenbedingungen des Musikhörens radikal geändert“ (Huber 2017, 97) und es entwickeln sich neue Praktiken für das Leben mit digital vermittelter Musik (zur „Untrennbarkeit des Nexus von Praktiken und Subjektivierungsformen“ vgl. Reckwitz 2016, 72). Gleichzeitig sind neue Aufführungspraxen der digitalen Ära zu beobachten. Hierbei ist weniger die Mediatisierung von Bild und Ton betroffen, als die nun globale Verfügbarkeit der Produkte und deren veränderte Rezeption sowie die Ausbildung neuer Lebenspraxen durch die stärkere und ständige Verfügbarkeit. Hinzu kommt eine ökonomische Neustrukturierung, da durch die Relevanz des ‚user-generated content’ zwar geringe zählbare Kosten für die Anbieter anfallen, dennoch aber menschlicher Einsatz (und geschickte Algorithmen) benötigt werden, um die Nutzer*innen ‚anzulocken’. Weiterhin verändert sich auch die Musikproduktion im Zuge der ‚digitalen Mediamorphose' (Smudits 2013). Hierbei interessieren sowohl "live" aufgenommene – und diese "liveness" auch explizit darstellende – wie auch explizit mit filmischen Mitteln arbeitende (Re)Präsentationen nicht nur fertiger Aufführungen, sondern insbesondere auch des 'Musik machens'. So werden die Bedingungen der öffentlichen musikalischen Interpretation, des ‚klassischen Konzerts’, durch die Möglichkeiten des www in einen neuen Rahmen gestellt.

In unserem Fokus stehende Diskussionspunkte sind u.a.:
- Formen und Funktionen digitaler Distributions-, Kommunikations- und Repräsentationsmechanismen (sei es Streaming im allgemeinen, spezielle Apps, wie bspw. TikTok, oder Plattformen wie YouTube)
- Folgen der technischen Entwicklungen (auch im Blick auf intermediale Verflechtungen)
- die resultierenden Veränderungen der Märkte und Marktmechanismen (vgl. Dromey/Haferkorn 2018)
- digitale Vermittlungsformen sowie die gesellschaftliche Rezeption und Ausbildung neuer ‚Aufführungs- und Lebenspraxen’.

Derzeit sind folgende Sektionen geplant:
- Intermedialität
- Kommunikationswege
- Technische Entwicklung und ihre Folgen
- Märkte und Marktmechanismen
- digitale Musikvermittlung
- Aufführungspraxen
- ‚musikalische‘ Lebenspraxen
- Musik und Gesellschaft in Zeiten der Pandemie

Die Tagung will primär aber nicht ausschließlich die sog. klassische Musik fokussieren, denn für diese Musiksparte ist die Involvierung mit den Medien ihrer technischen Reproduzierbarkeit üblicherweise als deutlich problematischer angesehen, als für die sog. populäre Musik, für die (digitale) audiovisuelle Medien unabdingliches Produktionsmittel sind und die Verknüpfung mit ihrer technischen Reproduzierbarkeit als ontologisch bezeichnet werden kann. Gleichzeitig sind Marktbedingungen für die klassische Musik einem tiefgreifenden Wandel unterzogen (Dromey/Haferkorn 2018) und es sind gerade die Nachwuchs-Interpret*innen mit den Bedingungen der digitalen Lebens- und Berufswelt konfrontiert.

Nichtsdestotrotz freuen wir uns auch über Angebote zu anderen Themenbereichen. Bei ausreichenden Angeboten planen wir eine in die Tagung integrierte Arbeitstagung der Fachgruppe Soziologie und Sozialgeschichte zum Thema „Digitalisierung und populäre Musik“. Hier können gleichzeitig – wie es in der Fachgruppe guter Brauch ist – auch freie Themen angeboten werden. Eine Ausschreibung erfolgt separat, Angebote von Referaten zum genannten Thema nehmen wir in diesem Rahmen aber bereits gern entgegen.

Die Teilnahme kann digital oder in Präsenz erfolgen, je nach der aktuellen Lage und den
individuellen Präferenzen der Teilnehmer*inne.

Eine Publikation ausgewählter Vorträge ist geplant.

Mögliche Präsentationsformen:
- Vortrag (20 Minuten + 10 Minuten Diskussion)
- Posterpräsentation (10 Minuten Präsentation + 5 Minuten Diskussion)
- Diskussionsforum (bis zu 5 Personen, 5 Minuten Thesenpräsentation pro Person, danach Diskussion, ges. 60 Minuten)

Angebote mit Titel, Abstract (500 Wörter) und Kurzbiographie bitte bis zum 15.05.2021 an die Organisator*innen:
Corinna Herr, Univ. Koblenz-Landau (cherr@uni-koblenz.de)
Wolfgang Fuhrmann, Univ. Leipzig (wolfgang.fuhrmann@uni-leipzig.de)