Gender, Musik und Öffentlichkeit. Wissenschaftskommunikation in der musikwissenschaftlichen Genderforschung (Fachgruppensymposium)

Fachgruppensymposium im Rahmen der GfM-Tagung (Weimar), 07.10.2025

Leitung: Dr. Anna Magdalena Bredenbach (Erfurt), Dr. Anna Ricke (Detmold/Paderborn)

Nach Jahrzehnten der Frauen- und Genderforschung rücken die Themen »Komponistinnen« und »Frauen in der Musik« zunehmend ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Podcasts, Filme und Festivals widmen sich verstärkt dem Leben und Schaffen von Komponistinnen und Musikerinnen und tragen dazu bei, deren Bedeutung in der Musikgeschichte sichtbarer zu machen. Diese wachsende Aufmerksamkeit ist ebenso begrüßenswert wie überfällig, wirft jedoch auch Fragen zur »guten« Wissenschaftskommunikation auf: Wie lassen sich musikwissenschaftliche Erkenntnisse mit Genderbezug erfolgreich an ein breites Publikum vermitteln? Weshalb werden zentrale Forschungsergebnisse von einer breiten Öffentlichkeit kaum oder stark zeitverzögert wahrgenommen? Wie können anspruchsvolle wissenschaftliche Inhalte mit »guten Erzählungen« verbunden werden? Und wie kann der Umgang mit den Vorarbeiten (oft weiblicher) Wissenschaftler*innen verantwortungsvoll gestaltet werden?
Das Fachgruppensymposium widmet sich diesen Fragen und knüpft damit an den aktuellen musikwissenschaftlichen Diskurs zur Wissenschaftskommunikation an. Mit einem gezielten Fokus auf Genderperspektiven steht die Frage im Zentrum, wie musikwissenschaftliche Genderforschung öffentlichkeitswirksam vermittelt werden kann und wie Synergie- und Transfereffekte zwischen Forschung und Kommunikation geschaffen werden können. Neben theoretischen Vorträgen, die unterschiedliche Perspektiven auf das Thema eröffnen, werden auch Best Practice-Beispiele vorgestellt, die erfolgreiche Ansätze zur Kommunikation genderbezogener musikwissenschaftlicher Forschung präsentieren. Ziel des Symposiums ist es, Impulse für eine nachhaltige und reflektierte Wissenschaftskommunikation zu geben und so den Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit zu stärken.

Theoretische Perspektiven
– Anna Magdalena Bredenbach, Anna Ricke: Musik, Gender und Öffentlichkeit – eine Einführung
– Christian Thorau: Musikwissenschaft im Feld von Wissenschaftskommunikation und Public Humanities – Trends, Forderungen, Widersprüche
– Christiane Tewinkel: Lesen und Gelesenwerden. Empfehlungen zu einer guten wissenschaftskommunikativen Praxis

Best Practice-Beispiele
Posterpräsentationen von:
– Lena Haselmann-Kränzle zum Projekt »Voices of Women«
– Patricia Knebel zum Festival »her:voice«
– Hannah Schmidt zum Podcast »Komponistinnen im Fokus« (WDR 3)
– Kyra Steckeweh zu ihren Dokumentarfilmen zu Komponistinnen
– Tina Vogel zu Unterrichtsmaterialien zu Komponistinnen (Helbling Verlag)
– Silke Wenzel zu Musik und Gender im Internet (MUGI)
Im Anschluss offener Austausch und abschließender Roundtable mit allen Referierenden.