Themenoffene Arbeitstagung der Fachgruppe Frauen- und Genderstudien der Gesellschaft für Musikforschung vom 15.–16. Februar 2025 am Musikwissenschaftlichen Seminar Detmold/Paderborn
Leitung: Dr. Cornelia Bartsch, Prof. Dr. Rebecca Grotjahn, Dr. Anna Ricke und Prof. Dr. Antje Tumat.
Bei der themenoffenen Arbeitstagung »Musik und Gender – aktuelle Diskurse« stellen internationale Forscher*innen aktuelle Projekte vor und geben damit Einblick in den Stand der musikwissenschaftlichen Geschlechterforschung. Das Themenspektrum reicht von Komponistinnen wie Clara Schumann oder Aleida Montijn über Musikerinnen im Umfeld von John Cage und Hans Werner Henze bis hin zum Klang queerer Musik. Die Arbeitstagung der Fachgruppe Frauen- und Genderstudien hat sich seit mehr als zehn Jahren als alle zwei Jahre stattfindendes Format etabliert. Ihre besondere Qualität besteht darin, dass innovative Ideen und Impulse zur Diskussion gestellt und gemeinsam weitergedacht werden. Die Idee dieser Werkstatttagung ist zudem, dass sich erfahrene Kolleg*innen und Wissenschaftler*innen in frühen Karrierephasen sowie Forscher*innen außerhalb akademischer Institutionen auf Augenhöhe begegnen.
Sektion 1: Strategien von Fremd- und Selbstdarstellung
– Luisa Mersch (Detmold/Paderborn): Nellie Melba und Luisa Tetrazzini – »Stars in opposition«? Rivalitätstopos als Element von Sängerinnenbiografien
– Frances Falling (Graz): Self-Designs, Challenges, Strategies of a Performing Mother: A Qualitative Analysis of Clara Schumann’s Ego Documents
Sektion 2: Neue Perspektiven auf Komponistinnen
– Lena Frömmel (Detmold/Paderborn): Neue Perspektiven auf die Komponistin Emilie Mayer
– Anna Magdalena Bredenbach (Erfurt): »…dazu noch verschiedene Verlegers Angelegenheiten in Ordnung zu bringen«. Publizieren als musikkulturelles Praxisfeld Josephine Langs
– Leonie F. Koch (Hannover): Berufsmusikerin in der Nachkriegszeit – Aleida Montijn am Struwwelpeter-Kabarett 1947/48
Sektion 3: Grundsätzliches
– LJ Müller (Detmold/Paderborn): Die Stimme – Ein philosophisches Problem feministisch-musikwissenschaftlich betrachtet
– Ruirui Ye (Berlin): Musik und Gender: Ausdrucksformen und Erkundungen von Gender in der chinesischen Gesellschaft und Kultur
Sektion 4: Queeres
– Beeke Hölzer (Dortmund): Liminalität und Agency in der Witwenfigur der »Operette«. Weibliche und männliche Perspektiven des langen 19. Jahrhunderts im Vergleich
– Diego Alonso (Barcelona): Queer Temporalities in Early 20th-century Music. A Case Study
– Miguel Machulla, Felix Christian Thiesen, Ann-Kristin Herget (Dortmund): Wie klingt »queere Musik«? Eine erste empirisch-quantitative Annäherung
Sektion 5: Im Umfeld von Werken
– Christina Richter-Ibáñez (Frankfurt): Tänzerinnen, Interpretinnen, Bildende Künstlerinnen: Frauen im Umfeld der Werke John Cages
– Antje Tumat (Detmold/Paderborn): Frauen im Werk und biografischen Umfeld Hans Werner Henzes
Sektion 6: Kulturelles Handeln im Netzwerk
– Marleen Hoffmann (Berlin): Netzwerke zwischen englischen Komponistinnen und Dirigenten am Beispiel von Else Headlam-Morley, Ethel Smyth und Sir Dan Godfrey
– Susanne Wosnitzka (Frankfurt): Christian Then – Klavierbauer in Augsburg. Neues zur Nutzung seiner Instrumente u. a. durch Franz Liszt, Clara Schumann und Jenny Lind
