Tagungsberichte

In dieser Rubrik finden Sie Berichte über vergangene Tagungen & Kongresse folgender Jahrgänge:

 

 

Die fünf neuesten Berichte:

 

 

Wien, 19. bis 22. Mai 2020

Beethoven-Geflechte. Networks and Cultures of Memory

von Raphaela Beroun, Wien

Das Symposium zum Beethoven-Jahr 2020 fand, wie alle Veranstaltungen in der Zeit der Covid-19-Pandemie, unter besonderen Umständen statt. Die Organisatorinnen Birgit Lodes (Universität Wien) und Melanie Unseld (Universität für Musik und darstellende Kunst Wien – mdw) stellten sich in Verbindung mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften der Herausforderung, die bereits vorbereitete Tagung auf eine virtuelle Plattform zu verlegen. Dies brachte nicht nur einen neuen Rahmen und eine Umstrukturierung des ursprünglich geplanten Ablaufs mit sich, sondern auch unterschiedliche Diskussionsformate, um dennoch in wissenschaftlichen Austausch treten zu können – von internen Textdiskussionen bis zu verschiedenen Videoformaten und Live-Diskussionen mit Chats. Leggi tutto...

Tours, 13. Februar 2020

Musique, Mémoires, Histoire dans des Sociétés Plurielles

von Verena Liu, Greifswald

Ein deutsch-französisches Symposium diskutierte am musikwissenschaftlichen Institut der Universität Tours die Bedeutung von Musik in der Erinnerungskultur und der Geschichtserzählung von zunehmend pluralen Gesellschaften wie der deutschen oder der französischen. Unter dem Aspekt der ‚postmigrantischen Gesellschaft‘ (Shermin Langhoff) beleuchteten die gesprochenen und musikalischen Vorträge, was musikalisch, kulturell und erinnerungsgeschichtlich durch oder nach Migration entsteht. Die Zusammenhänge um eine globalere Perspektive auf Musik untersuchen nicht nur Fachgebiete wie die ‚postcolonial studies‘, ‚subaltern studies‘ oder ‚gender studies‘, auch in künstlerischen Formaten trägt die Aufarbeitung von ethnographischen Sammlungen oder historischen Archiven zunehmend dazu bei, die kulturelle Pluralität Frankreichs und Deutschlands in der Vergangenheit und heute zu thematisieren. Laut Talia Bachir-Loopuyts und Gesa zur Niedens Einleitungsvortrag müssen in diesen Themenkomplexen häufig zwei Probleme gelöst werden: Zum einen die Mehrsprachigkeit der Akteur*innen und des Materials, die zum anderen Sprachlosigkeit im Sinne einer fehlenden gemeinsamen Sprache bedeutet.

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Santiago de Chile, 14. bis 16. März 2019

Trayectorias: Musik zwischen Lateinamerika und Europa 1970–2000

von Felipe Elgueta Frontier, Santiago de Chile, übersetzt von Vivienne Frey, Tübingen

Die dritte internationale Konferenz des Forschungsnetzwerks „Trayectorias“ (www.trayectorias.org) fand an der Universidad Alberto Hurtado in Kooperation mit der Academia Chilena de Bellas Artes statt. Nachdem sich die bisherigen Konferenzen auf die Zirkulation von Musik und die Interaktion von Musiker*innen zwischen 1945 und 1970 fokussiert hatten, ging es jetzt um die darauffolgende Zeitspanne bis zum Jahr 2000. In den Vorträgen wurde dieser Austausch zwischen Lateinamerika und Europa unter historischen, politischen, biografischen und auch ökonomischen Aspekten erörtert. Leggi tutto...

Siegburg, 20. bis 22. September 2019

200 Jahre Hammerklaviersonate

von Philipp Haug, Siegburg

Kurz vor dem großen Beethovenjahr 2020 blickte man in Siegburg – aus Anlass ihres 200. „Geburtstages“ – intensiv auf die 1819 erschienene „Hammerklaviersonate“ op. 106. Sie gilt in der gesamten Klavierliteratur aufgrund ihrer exorbitant hohen gedanklichen und pianistischen Ansprüche als Ausnahmewerk. Veranstaltet wurde das Symposium von der Musikwerkstatt Siegburg in Kooperation unter anderem mit dem Beethovenfest Bonn.

Das Themenspektrum der dreitägigen Veranstaltung war weit gespannt: Neben Werkentstehung und -überlieferung, musikhistorischer Stellung und Rezeptionsgeschichte wurden vor allem Fragen zur Aufführungspraxis in den Mittelpunkt gestellt. Dazu gehörten Tempoentschlüsselung, Metronomisierung, Pedalgebrauch, das Instrumentarium der Beethovenzeit und die Frage nach möglichen aufführungspraktisch relevanten Quellen. Ziel des Symposiums war es, Wissenschaftler, Künstler und Experten aus unterschiedlichen Gebieten zusammenzubringen. Exemplarisch wurden so anhand der Hammerklaviersonate aufführungspraktische Fragen diskutiert, die auch für andere Klavierwerke Beethovens und der Wiener Klassik relevant sind. Zwei Klavierabende des Beethovenfestes Bonn ergänzten das Symposium. Die Hammerklaviersonate wurde dabei von Tomoki Kitamura am modernen Flügel und am folgenden Tag von Ronald Brautigam am historischen Graf-Hammerflügel interpretiert. Dazu kamen ein moderiertes Konzert zur kompositorischen Rezeption der Hammerklaviersonate bei Mendelssohn und Brahms sowie ein praktischer Workshop zu historischen Metronomangaben. Leggi tutto...

Leipzig, 23. bis 24. November 2019

„Was ist Musikphilosophie?“

von Kira Henkel, Gießen

„Braucht die Musikphilosophie die Musikwissenschaft? Und: Braucht die Musikwissenschaft die Musikphilosophie?“ Mit diesen Fragestellungen eröffnete Wolfgang Fuhrmann in seinem Beitrag das musikphilosophische Symposium an der Hochschule für Musik und Theater (HMT) Leipzig. Gleich zu Beginn stellte er damit grundlegende interdisziplinäre Diskussionspunkte heraus, unter welchen die Tagung im Vorfeld angekündigt worden war: „Was ist Musikphilosophie?“, kann sie sich als eine eigenständige Disziplin definieren lassen – falls ja, wie positioniert sie sich gegenüber anderen Fachbereichen und nach welchen Paradigmen lässt sie sich denken und fassbar machen? Die Veranstalter dieser Tagung, Fuhrmann (Universität Leipzig) und Claus-Steffen Mahnkopf (HMT Leipzig), hatten im Interesse eines Dialogs über das Grundsätzliche der Musikphilosophie Redner*innen vornehmlich aus den Bereichen der Musikwissenschaft und Philosophie eingeladen. Es ergab sich daraus ein Programm, das sich nicht allein durch sein breites Themenspektrum und eine Vielfalt verschiedenster Ansätze und Sichtweisen auszeichnete, sondern auch aufgrund seiner interdisziplinären Konzeption, welche eine lebendige Reflexions- und Diskussionskultur in diesen beiden Tagen anregte. Leggi tutto...

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