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Kommission für Auslandsstudien |
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Fachgruppe Deutsch-Ibero-Amerikanische Musikbeziehungen Show image information
Fachgruppe Systematische Musikwissenschaft |
Foto: Kröninger, ERC-Projekt SloMo, UHH Show image information
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Fachgruppe Musikwissenschaft im interdisziplinären Kontext |
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Links: Karnatische Musik mit Lalitha und Nandini Muthuswamy
Mitte oben: Das Tonbandgerät "Nagra IV-S" – ein Klang-Aufnahmegerät, das oft während Feldforschungen eingesetzt wurde
Mitte unten: Klangdokumente im Archiv
Rechts: Die Musikstudentin Chiu Ju Liao beim Stimmen einer Yueqin | Abbildung: Center for World Music, Hildesheim Show image information
Jan Vermeer, Die Musikstunde | Royal Collection (London) Show image information
D-Mbs Mus.ms. C, fo. 2v und 3r | http://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb00015144-2 Show image information

Kommission für Auslandsstudien | Foto: Sabine Meine

Fachgruppe Deutsch-Ibero-Amerikanische Musikbeziehungen

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Fachgruppe Freie Forschungsinstitute

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Fachgruppe Nachwuchsperspektiven | Grafik: Sonja Kieser

Fachgruppe Digitale Musikwissenschaft | Foto: Andreas Münzmay

Fachgruppe Instrumentenkunde

Fachgruppe Musikethnologie und vergleichende Musikwissenschaft | Links: Karnatische Musik mit Lalitha und Nandini Muthuswamy Mitte oben: Das Tonbandgerät "Nagra IV-S" – ein Klang-Aufnahmegerät, das oft während Feldforschungen eingesetzt wurde Mitte unten: Klangdokumente im Archiv Rechts: Die Musikstudentin Chiu Ju Liao beim Stimmen einer Yueqin | Abbildung: Center for World Music, Hildesheim

Jan Vermeer, Die Musikstunde | Royal Collection (London)

D-Mbs Mus.ms. C, fo. 2v und 3r | http://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb00015144-2

Johannes von Nepomuk. Kult – Künste - Kommunikation

Online (Zoom)

09.-11.06.2021

Anmeldung bis 07.06.2021 unter kunstgeschichte(at)oeaw.ac(dot)at

Weitere Informationen: Die Inszenierung eines böhmisch-habsburgischen Heiligen (oeaw.ac.at)

Johannes von Nepomuk: Kult - Künste - Kommunikation

Wien, Österreichische Akademie der Wissenschaften

Tagung 14.-16.10.2020

24.11.2019 | Anlässlich der bevorstehenden Jubiläen der Selig- bzw. Heiligsprechung (1721/1729) des Heiligen Johannes von Nepomuk (~1350–1393) soll im Rahmen einer internationalen Tagung der (bereits vor der offiziellen Kanonisierung einsetzende und europaweit expandierende) Kult um diesen böhmisch-habsburgischen Heiligen diskutiert werden. Der Fokus liegt dabei auf bildlichen, architektonischen, musikalischen und textlichen Manifestationen seiner Verehrung in den Habsburgerländern vom späten 17. bis in das frühe 19. Jahrhundert.
Im Zentrum der interdisziplinären Tagung stehen übergreifende Fragestellungen wie Kontextualisierungen und Ausformungen des Kultes, Art der Vermittlung von Vita und Tugenden des Heiligen, kommunikative Funktionen sowie Intentionalität der Künste bzw. Medien.
Ausgehend vom rhetorischen Konzept von delectare, docere und movere und der Rhetorisierung der Künste stellt sich die zentrale Frage nach deren Wirkungspotential: In welchem Verhältnis stehen Bild, Architektur, Musik und Sprache zueinander? Diesbezüglich sind der Nepomuk-Kult und seine groß angelegten Feiern auf Funktion und Integration der Künste zu untersuchen, wobei auch den medienspezifischen Symbolisierungen und Darstellungsformen (Tugenden, vor allem das Schweigen als Negation von Sprache und Ton) nachgegangen werden soll.
Hauptziel der Tagung ist eine interdisziplinäre (methodische) Diskussion unterschiedlicher Herangehensweisen an einen reichen Materialbestand und dessen Auswertung. Deshalb sollten die Beiträge den Fokus weniger auf umfassende Quellendarstellungen als auf gezielte analytische Auswertungen und Kontextualisierungen der jeweiligen Dokumente legen und sich an folgenden vier Themenfeldern orientieren.

 

I Die Präsenz des Heiligen Johannes von Nepomuk in Text, Bild und Musik

Es ist ein Charakteristikum der Nepomuk-Verehrung, dass „Bilder“ des Heiligen in den unterschiedlichsten Medien, die zum Teil in Austausch, aber auch in Konkurrenz zueinander stehen, auftreten. Hier schließt die zentrale Frage an, in welchen Bildgattungen jene grundlegenden Typenbildungen wurzeln, welche die frühneuzeitliche Ikonografie des Heiligen weitestgehend bestimmen sollten. Auf dieser Basis soll auch verstärkt danach gefragt werden, welche (rasch kanonisch gewordenen) Stationen der Heiligenlegende in allen Medien Berücksichtigung fanden: Entwickelten sich gleichsam überregional gültige, verständliche und weithin akzeptierte Images des Heiligen Johannes von Nepomuk? Da die diskursiven Aspekte des Wirkens des Heiligen hauptsächlich Teil der Textproduktion (Predigten, Biographien, Chroniken etc.) sind, stellt sich hier auch die Frage, in welchem Verhältnis visuelle und Textnarrative zueinander stehen und in welcher Hinsicht sich die appellativen Wirkungspotentiale des Heiligen, die primär auf ein sinnliches Erleben beim Betrachter zielen, in Text, Bild und Musik anschaulich vermitteln ließen.

II Politische und dynastische Repräsentation

Als neuer Landespatron Bayerns, Salzburgs und des Banats sowie als jesuitischer Ordenspatron wurde der Heilige Johannes von Nepomuk im Jahrzehnt der Selig- und Heiligsprechung für unterschiedliche politische und dynastische Zwecke vereinnahmt. Es stellt sich hier die Frage, ob der „neue“ Heilige in Konkurrenz zu prominenten und zum Teil wesentlich älteren Patronen trat und inwiefern etwa die Habsburger und die Wittelsbacher in der Verehrung dieses Heiligen miteinander konkurrierten? Welche Rolle kam den Orden (unter anderem Jesuiten, Zisterzienser), Herrschern und Adeligen in der Verbreitung des Nepomuk-Kultes zu? Unter welchen Gesichtspunkten wurde der politische Konflikt des 14. Jahrhunderts zwischen dem Kleriker Johannes von Nepomuk und König Wenzel in seiner späteren Verehrung thematisiert?

III Der Heilige Johannes von Nepomuk und die Eroberung des Raumes

In der sakralen Besetzung von Stadt- und Landschaftsräumen spielen die Nepomuk-Denkmale eine bedeutende Rolle. In welchem Ausmaß waren hier raumstrategische, über die bloße Nähe zu Brücken hinausgehende Kriterien für die konkrete Platzierung von Heiligendenkmalen maßgeblich? Waren stadtplanerische Überlegungen oder die Überwindung sozialer Schwellenbereiche in den Städten bzw. landschaftsgestaltende Aspekte (point de vue) ähnlich spektakulär inszenierter plastischer Ensembles ausschlaggebend? Oder wurde Nepomuk als ein stiller Wächter der Brücke beziehungsweise im Sinne einer Metapher des Übergangs instrumentalisiert? Unter welchen Aspekten ergaben sich (beabsichtigte?) Konflikte oder Synergien mit anderen sakralen oder profanen Denkmalen? Nicht zuletzt sollte auch die Bedeutung performativer Aspekte diskutiert werden: Waren die Nepomuk-Denkmale Ort und Anlass für kultische Handlungen wie die Abhaltung öffentlicher Prozessionen und Litaneien unter Einbeziehung musikalischer Elemente?

IV Imagebildung und Profil des Heiligen Johannes von Nepomuk

Ein möglicher Grund für die große Beliebtheit des Heiligen Johannes von Nepomuk liegt in seinem multifunktionalen Profil. Er konnte in vielerlei Belangen von Gläubigen angerufen werden. Die wohl weiteste Verbreitung fand er als „Brückenheiliger“. Mit seiner priesterlichen Kleidung erscheint er als Inkarnation eines einfachen Priesters. In seinen Eigenschaften als Bewahrer des Beichtgeheimnisses sowie als Prediger spiegeln sich zudem die Widersprüchlichkeit und der Facettenreichtum seines Images (Schweigen und Reden). Sternenkranz und Zunge als charakteristische Attribute tragen zur einzigartigen Profilierung des Heiligen bei und werfen weitere Fragen auf: Ermöglichten Aspekte seiner Biographie – wie seine bezeugte Marienfrömmigkeit oder sein prominenter Name – eine leichtere Integration in andere Kulte und daher eine weitere Verbreitung seiner Verehrung?

Im Sinne der explizit interdisziplinären Konzeption der Tagung sind nicht nur Beiträge aus den beiden Disziplinen Kunst- und Architekturgeschichte sowie Musikwissenschaft, sondern auch aus verwandten Fachbereichen wie Geschichte, Literatur-, Religions- und Kulturwissenschaften erwünscht. Der Call for Papers richtet sich nachdrücklich auch an qualifizierte Nachwuchswissenschaftler*innen.

Abstracts (max. 2000 Zeichen) für 20-minütige Referate und ein kurzer CV (max. 500 Zeichen) können in Deutsch oder Englisch bis spätestens 6. Januar 2020 unter
kunstgeschichte(at)oeaw.ac(dot)at eingereicht werden.
Organisation: Ramona Hocker (Musikwissenschaft), Herbert Karner (Kunstgeschichte), Stefanie Linsboth (Kunstgeschichte), Werner Telesko (Kunstgeschichte)