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Fachgruppe Systematische Musikwissenschaft |
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Links: Karnatische Musik mit Lalitha und Nandini Muthuswamy
Mitte oben: Das Tonbandgerät "Nagra IV-S" – ein Klang-Aufnahmegerät, das oft während Feldforschungen eingesetzt wurde
Mitte unten: Klangdokumente im Archiv
Rechts: Die Musikstudentin Chiu Ju Liao beim Stimmen einer Yueqin Show image information
Jan Vermeer, Die Musikstunde | Royal Collection (London) Show image information
D-Mbs Mus.ms. C, fo. 2v und 3r | http://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb00015144-2 Show image information

Kommission für Auslandsstudien | Foto: Sabine Meine

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Fachgruppe Musikethnologie und vergleichende Musikwissenschaft | Links: Karnatische Musik mit Lalitha und Nandini Muthuswamy Mitte oben: Das Tonbandgerät "Nagra IV-S" – ein Klang-Aufnahmegerät, das oft während Feldforschungen eingesetzt wurde Mitte unten: Klangdokumente im Archiv Rechts: Die Musikstudentin Chiu Ju Liao beim Stimmen einer Yueqin

Jan Vermeer, Die Musikstunde | Royal Collection (London)

D-Mbs Mus.ms. C, fo. 2v und 3r | http://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb00015144-2

Mainzer Summer School zur Musikwissenschaft (Musikalische Gesamtausgaben: Geschichte – Gegenwart – Zukunft)

Mainz, 11.-16.08.2014

Von Laura Sonnabend, Wiesbaden – 15.09.2014 | In der Woche vom 11. bis zum 16. August 2014 fand die erste Mainzer Summer School der Musikwissenschaft statt, getragen von der Abteilung Musikwissenschaft des Mainzer Instituts für Kunstgeschichte und Musikwissenschaft in Zusammenarbeit mit der Akademie der Wissenschaften und der Literatur (Mainz) und geleitet von Prof. Dr. Axel Beer und Prof. Dr. Ursula Kramer (beide Mainz). Die 16 Teilnehmer, zu gleichen Teilen Gäste (aus Basel, Bern, Halle, Heidelberg, Kiel und Salzburg) und Studierende des Mainzer Instituts, setzten sich im Rahmen der Veranstaltung detailliert mit Fragen der Editionstechnik auseinander; titelgebendes Thema waren musikalische Gesamtausgaben in Geschichte, Gegenwart und Zukunft.

Die Summer School eröffnete Herr Prof. Dr. Axel Beer mit einem historischen Überblick zum Thema der Gesamtausgaben. Am Nachmittag führte Herr PD Dr. Andreas Krause die Teilnehmer durch die Räume des Verlagshauses Schott und sprach über die Arbeit des Musikverlages. Vorstellungsrunde und gemeinsames Essen boten den Teilnehmern Gelegenheit zum Austausch über Studium und Interessensschwerpunkte.

Der zweite Tag der Summer School fand in der Akademie der Wissenschaften und der Literatur statt: Frau Dr. Gabriele Buschmeier (Mainz) und Herr Prof. Dr. Klaus Pietschmann (Mainz) begrüßten die Teilnehmer; Frau Prof. Dr. Daniela Philippi (Frankfurt) gab eine allgemeine Einführung zur Christoph Willibald Gluck-Gesamtausgabe. Zudem fanden Referate der Teilnehmer zu Editionstypen, Quellensorten und -recherche im Falle von Gluck statt. Frau Dr. Tanja Gölz (Mainz) erläuterte die Überlieferung und Edition von Glucks frühen Opere serie am Beispiel des Demofoonte. In Verbindung mit ihrer aktuellen editorischen Tätigkeit gewährte sie den Studierenden wertvolle Einblicke in die Arbeit der Gluck-GA, auch anhand kleiner praktischer Aufgaben (Ableiten der Instrumente aus Schlüsselung und Anlage der Stimme, Umformung von Noten in die moderne Partituranordnung und Heranziehen von Libretto-Drucken als eine Grundlage der editorischen Arbeit). Die Referate, nun z.B. zu den frühen Opern Glucks und allgemein zu den Produktionsbedingungen der Opera seria, wurden gut in die Unterrichtseinheiten eingebettet und boten in ihrer Kürze stets wichtige Impulse für weiterführende Gespräche. Mit einem Referat zur Entlehnungspraxis bei Gluck wurde der letzte Themenbereich des zweiten Tages eröffnet: Frau Dr. Gabriele Buschmeier stellte die Arbeit an Le feste d’Apollo vor. Den Studierenden wurden konkrete philologische Kenntnisse vermittelt; große wie kleine editorische Entscheidungen konnten hier im Plenum diskutiert werden.

Am dritten Tag sprach Frau Prof. Dr. Daniela Philippi mit den Studierenden über Quellenbeschreibung und -bewertung, über Filiation und Darstellungsweise der Informationen im Kritischen Bericht anhand der Edition von Cythère assiégée. Den Nachmittag gestalteten Herr Prof. Dr. Thomas Betzwieser und Frau Janette Seuffert (beide Frankfurt a. M.). Sie stellten Struktur, Ausrichtung und technische Grundlagen des Projekts Opera – Spektrum des europäischen Musiktheaters in Einzeleditionen vor und thematisierten spezifische Herausforderungen der Edition von Text und Musik am Beispiel von Georg Anton Bendas Melodram Medea.

Für einen weiteren Themenschwerpunkt, die Paul Hindemith-Gesamtausgabe, trafen sich die Teilnehmer am vierten Tag im Frankfurter Kuhhirtenturm. Das historische Gebäude, in dem Hindemith in den 1920er Jahren lebte und arbeitete, beherbergt heute ein Hindemith-Kabinett und diente der Summer School als Veranstaltungsort für die erste Unterrichtseinheit von Frau Dr. Luitgard Schader (Frankfurt a.M.). Dort, wie auch später in der Universität Frankfurt, wurden Hindemiths Leben und Werk sowie die Überlieferung seiner Kompositionen vorgestellt; spezielles Thema war auch hier die Aufschlüsselung von Informationen eines Kritischen Berichts und die Arbeitsweise der Hindemith-GA. Am fünften Tag, zurück in der Akademie, sprachen die Teilnehmer zudem über den Umgang mit Bearbeitungen oder verschiedenen Fassungen eines Werkes und konnten auch hier wieder anhand kleiner Aufgaben ihren Blick für das Korrekturlesen und die Informationen eines Lesartenverzeichnisses schulen; beispielgebende Werke waren Hindemiths Mathis der Maler sowie Nobilissima Visione.

Am Nachmittag stellten drei TeilnehmerInnen der Summer School ihre eigenen, ganz unterschiedlichen Editionsprojekte vor. Im Anschluss gab Frau Prof. Dr. Ursula Kramer nicht allein einen Überblick zum aktuellen Forschungsstand auf dem Gebiet der Schauspielmusik, sondern auch hier den Ausblick auf mögliche Editionen. Am letzten Abend der Summer School besuchten die Teilnehmer gemeinsam ein Konzert des Johann Rosenmüller Ensembles in Kloster Eberbach, die „Rheingauer Marienvesper“.

Am letzten Tag zog Frau Prof. Dr. Cristina Urchueguía (Bern), die weite Teile der Summer School begleitet hatte, ein Resümee zum während der gemeinsamen Woche diskutierten Bereich der Edition und der Gesamtausgaben; basierend auf ihrem Stimmungsbild endete die Summer School mit einer hochinteressanten Diskussion der Dozierenden und Studierenden zum aktuellen Standpunkt des Fachs Musikwissenschaft und der Editorik (auch vor dem Hintergrund der neueren technischen Entwicklungen), zu den grundlegenden Fragen der Art und Weise sowie sinnhaften Begründung von Editionen im Wandel der Zeit und zu den Perspektiven für Edition und Musikwissenschaft – eine inspirierende und zukunftsweisende Woche voller kritischer und konstruktiver Diskussionen.